Am 04. Oktober 1933 fanden sich interessierte und engagierte Thammenhainer Bürger im Gasthofstern zusammen, um über die Gründung einer zwar organisierten aber dennoch freiwilligen Feuerwehr zu beraten.

Bis dahin existierte die sogenannte Pflichtfeuerwehr. Das bedeutet, dass sich bei Ertönen der Sturmglocken oder anderer Alarmierungseinrichtungen, jeder Bürger zwischen 16 und 65 zur Brandbekämpfung einfinden musste. Die meist unerfahrenen und unausgebildeten Bürger mussten ohne jegliche Kenntnisse zum Thema Brandbekämpfung und Löschmittel versuchen den Flammen Herr zu werden. Man kann sich vorstellen, dass dieses Vorgehen nicht sehr effektiv war.

Vor allem der Thammenhainer Schmiedemeister Ernst Geißler und Max Zeisig, der für die Feuerwehrspritze des Rittergutes zuständig war, zeigten großes Engagement bei der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Thammenhain. Zur besagten Gründungsveranstaltung luden sie sich den Wehrleiter, damals Spritzenkommandant Curt Günter aus Röcknitz ein.

27 Thammenhainer Einwohner erklärten sich bereit in der freiwilligen Wehr beim Brandschutz und Löscheinsätzen mitzumachen. Zum ersten Wehrleiter wurde Alwin Streubel gewählt.

Der Aufbau der Wehr bestand aus zwei Zügen, dem Löschzug – für Brandbekämpfung zuständig und ausgebildet und dem Steigerzug – für die Bergung und Rettung von Menschen, Tiere, etc. zuständig. Der jetzige Schlauchturm wurde damals als Steigerturm errichtet. Dort konnten die Kameraden des Steigerzugs üben und trainieren. Zu den Kameraden des Steigerzuges zählten damals u.a. Oswin Vetter, Max Kleinert und Richard Nieslony. Diese besuchten 1936 einen DRK Lehrgang, um neben der Rettung gleichzeitig 1. Hilfe leisten zu können.

In den Jahren des zweiten Weltkrieges bestand die Feuerwehr weiter, allerdings mit stark dezimierter Mannschaft.

Nach Kriegsschluss musste die Aktivität wieder angekurbelt werden und neue Mitglieder gewonnen werden.

Neben einer Jugendwehr, gab es eine Gruppe aktiver Brandschutzhelfer und sogar eine Frauenlöschgruppe. In Ausscheiden bzw. Wettkämpfen der Feuerwehr wurden immer gute bis sehr gute Platzierungen erreicht.

Zu Gründerzeiten 1933 stand als Feuerwehrtechnik eine handgetragene Handdruckspritze zur Verfügung. Diese wurde 1935 abgelöst durch eine mit Muskelkraft gezogene, aber immerhin fahrbare Kraftspritze.

In den Jahren 1951 und 1952 fand der Bau des ersten massiven Gerätehauses statt. Dies geschah mit eigenen Mitteln und in Eigenleistung, welches in den 60- er Jahren erneut in ähnlicher Bauweise errichtet wurde.

Im Jahr 1954 erhielt Thammenhain dann ein eigenes Zugfahrzeug – einen Horch Baujahr 1923. Dieser war jedoch nicht lange funktionsfähig. Bis zur Wende hatte die Feuerwehr Thammenhain noch einen Granit1600, welcher als LF8 fungierte, sowie einen umgebauten LO800, welcher als Tanklöschfahrzeug genutzt wurde. Ab 1990 besaß die Wehr einen W50 als TLS 16. Dieser wurde von der Betriebsfeuerwehr des Motorenwerkes in Wurzen gestellt.

Im Jahr 1996 fand dann ein erneuter Umbau des Gerätehauses in Thammenhain statt. Auch bei diesem Umbau leisteten die Kameraden viele Arbeitsstunden selbst. Seit dem Jahr 2010 rücken die Thammenhainer Floriansjünger mit einem TSFW aus, welches mit einem Mercedes Fahrgestell und einem Ziegler Aufbau ausgestattet ist. Nun, 2019, steht der nächste Umbau, kurz bevor. Die Planung läuft und soll dann in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

In den Jahren seit der Gründung 1933 bis heute haben sich nicht nur die Fahrzeuge und das Gerätehaus verändert. Auch die Wehrleitung hat sich mit den Jahren gewandelt. Der erste Wehrleiter Thammenhains, Alwin Streubel, wurde von Oswin Vetter und dieser von Heinz Geißler abgelöst. Diesem folgte Gerhard Heinze und später dann Ulrich Vetter. Bis 2012 übte dann Markus Krug das Amt des Wehrleiters aus. Ab 2012 übernahm der amtierende Wehrleiter Jörg Schöllig den Posten. Sein Stellvertreter ist Toni Kramer.

Der amtierende Gerätewart ist Florian Krywult, welcher sich um das Einsatzfahrzeug mit der dazugehörigen Technik kümmert und die Instandhaltung überwacht.

Seit 2018 hat die Wehr einen Atemschutzbeauftragten. Das Amt wird von Steve Reinhardt ausgeübt. Er ist zuständig für die Prüfung und Instandhaltung der Atemschutzgeräte, mit denen die Kameraden den Innenangriff bestreiten.

Sicherheitsbeauftragter ist Thomas Harttig. Er ist für die Unfallverhütung u.a. durch regelmäßige Belehrungen zuständig.

Der amtierende Leiter der Jugendabteilung, welche 2003 wieder ins Leben gerufen wurde, ist seit 2012 Toni Kramer. Stellvertretender Jugendwart ist Florian Krywult.

Jedes Jahr findet für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr eine Jahreshauptversammlung statt, zu der sie mit ihren Ehepartnern oder Lebenspartnern eingeladen sind. Damit möchte sich die Wehrleitung, aber auch die Gemeindewehrleitung, für das Engagement und die geopferte Zeit bedanken, welche Jahr für Jahr in die Ausbildung, Weiterbildung und die Einsätze gesteckt werden.
Um die Kameradschaft unter den Kameradinnen und Kameraden zu stärken finden neben den regelmäßigen Diensten auch jährliche Ausfahrten statt. Beispiele dafür sind Ausflüge ins Gewandhaus nach Leipzig, die Oper Leipzig, zum Völkerschlachtdenkmal oder auch in die Thomas Kirche zu Leipzig. Alle Führungen haben natürlich einen feuerwehrspezifischen Hintergrund, um einen Bezug zu unserer Organisation herzustellen.

Zur Zeit zählt die Ortsfeuerwehr Thammenhain 58 Kameradinnen und Kameraden. Diese teilen sich wie folgt auf drei Abteilungen auf- elf Mitglieder in der Jugendfeuerwehr (zwei Mädchen und neun Jungen), 27 aktive Kameradinnen und Kameraden (vier Frauen und 23 Männer), sowie 20 Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung.

Natürlich sucht die Feuerwehr Thammenhain immer wieder neue Kameraden und Mitglieder, welche sich für die Feuerwehr interessieren und einsetzen wollen. Bei Interesse schauen Sie doch einfach auf unsere Dienstpläne, welche im Schaukasten an der Feuerwehr aushängen. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten der Wehrleitung, sowie der Jugendwehrleiter. Ansprechen können Sie natürlich auch alle anderen Mitglieder der Feuerwehr Thammenhain.